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Archiv für das Jahr 2013

3D-Druck: Haus aus Salz

Mit einem eigenen Verfahren hat das Unternehmen Emerging Objects eine Möglichkeit gefunden, eine ausgesprochen stabile Struktur zu einem unschlagbar günstigen Preis herzustellen. Das Verarbeitungsmaterial ist Salz und könnte beispielsweise bei der Innenarchitektur verwendet werden.

Zum Einsatz kommt ein 3D-Drucker, der eigentlich für das Verarbeiten von feinpulverigen Stoffen gedacht ist. Die große Stabilität kommt unter anderem durch eine Stütztechnik zustande, die die Struktur auch größere Belastungen aushalten lässt. Der aber wohl größte Vorteil gegenüber anderen Herstellungstechniken und -materialien ist der Preis: Laut Emerging Objects ist mit dem Verfahren eine Einsparung von rund 90 Prozent möglich. Das Material sieht im ausgedruckten Zustand aus wie feste Milch, berichtet das Onlineportal Gizmodo. Mögliche Einsatzbereiche sind Innenarchitektur-Bereiche wie zum Beispiel Trennwände oder Wandverkleidungen.

Eine ebenfalls kostengünstige Herstellungsmethode stelle zuletzt ein Unternehmen aus Italien vor, bei dem Marmorstaub mit einem 3D-Drucker verarbeitet wird.

Foto: Gizmodo / Emerging Objects

Lautsprecher aus dem 3D-Drucker vorgestellt

Die selbst ausgedruckte Stereoanlage scheint nicht unmöglich: An der US-amerikanischen Cornell-Universität (Bundesstaat New York) haben Wissenschaftler einen Lautsprecher vorgestellt, der fast vollständig aus einem 3D-Drucker kommt.

Die Soundqualität lässt zwar noch zu wünschen übrig, doch das Gerät ist voll funktionstüchtig. Neben der Lautsprechermembran aus Plastik gibt es eine leitende Spule und einen Magneten. Für die Herstellung des Unikats wurden zwei Drucker verwendet. Nach dem Druck ist der Lautsprecher fast umgehend einsatzbereit, so die Entwickler laut eines Berichts von Spiegel online. Die Einzelteile müssten lediglich zusammengesetzt werden, ehe die Verbindung zu beispielsweise einem MP3-Spieler hergestellt werden könne.

Die beiden Maschinenbau-Doktoranden Apoorva Kiran und Robert MacCurdy stellen ihr Projekt zusammen mit ihrem Dozenten Hod Lipson im Video vor.

cornell researchers 3D print fully functional loudspeaker from designboom on Vimeo.

Die Universität gehört zu den renommiertesten Universitäten weltweit und genießt im amerikanischen Raum einen ähnlich guten Ruf wie beispielsweise die Universitäten von Harvard, Yale und Princeton.

Das Ausdrucken von Elektroteilen wurde zuvor an der britischen Universität Warwick vorgestellt.

3D-Druck in Frankreich künftig auch in Postfilialen

Der 3D-Druck wird auch auf dem Massenmarkt in Frankreich immer präsenter. Der französische 3D-Druckdienstleister Sculpteo hat mit der französischen Post (La Poste) eine Kooperation vereinbart, wonach das Sculpteo-Angebot auch in den Postämter verfügbar sein soll. Die Geräte selbst sollen nach derzeitigen Plänen zwar nicht in den Filialen stehen, doch sollen die Kunden an Terminals Bestellungen aufgeben können, die bei Sculpteo bearbeitet und anschließend dem Kunden zugesandt werden.

Mit einer flächendeckenden Verbreitung des 3D-Drucks wird derzeit auch in Großbritannien experimentiert. Hier bietet eine Supermarktkette in ausgewählten Filialen das Einscannen und 3D-Ausdrucken von Personen an. Ist das Projekt erfolgreich, soll es auf weitere Filialen in Großbritannien ausgeweitet werden.

Bei den Briten gehört der 3D-Druck mittlerweile sogar zum Lehrplan der Schulen.

Die Telekom und McDonalds sind weitere Großunternehmen, die über die Technik nachdenken. Während die deutsche Telefongesellschaft seinen Kunden online die Möglichkeit bietet, Smartphone-Hüllen selbst zu gestalten und auszudrucken, denkt man bei der amerikanischen Fastfood-Kette darüber nach, ob 3D-Drucker in den Filialen für die Produktion von Kinderspielzeugen sinnvoll ist.

Foto: La Poste

Apple intensiviert Forschung im 3D-Druck

Der Elektronik-Gigant Apple beschäftigt sich offenbar weiterhin stark mit additiven Produktionsverfahren. Nachdem die Übernahme des israelischen 3D-Druck-Spezialisten PrimeSense bestätigt wurde, wurde nun bekannt, dass der US-Konzern gleich fünf Patente für die Verarbeitung von Flüssigmetall beantragt hat. Zwei davon sollen dem 3D-Druck zuzuordnen sein, berichtet 3druck.com.

Apple-Produkte aus dem 3D-Drucker?

Bei den beiden Patenten zum additiven Produktionsverfahren soll es um den schichtweisen Aufbau von “bulk metallic glasses” (BMG – Flüssigmetall) anhand von Laser- oder Elektronenstrahlen gehen, so der Bericht. Denkbar wäre der Einsatz in der Produktion von Apple-Produkten wie zum Beispiel Smartphones, Tablet-Computern oder Notebooks.

Einen ähnlichen Weg hat auch Google eingeschlagen, das sich zusammen mit seinem Tochterunternehmen Motorola ebenfalls nach additiven Fertigungsmethoden umschaut. Grundsätzlich denkbar scheint sogar die Herstellung der Akkus mithilfe von 3D-Druckern.

App macht Smartphone zu 3D-Scanner

Wissenschaftler der ETH Zürich haben sich die mittlerweile beachtliche Qualität der Smartphone-Kameras zunutze gemacht und eine App entwickelt, die das Einscannen von 3D-Objekten erlaubt. Im Vergleich zu bereits vorgestellten Scanner-Apps, ist die Version der Schweizer Ingenieure ausgesprochen leicht anzuwenden.

Die Applikation, die auf allen gängigen Smartphone-Geräten mit Android-Betriebssystem laufen soll, liefert auch unter ungünstigen Lichtbedingungen akzeptable Ergebnisse. Nach dem Programmstart wird das Handy einfach um das zu scannende Objekt herumgeführt. Zeitgleich werden die Daten zu einem 3D-Modell zusammengefügt, so dass der Nutzer noch während des Scannens beurteilen kann, ob Blickwinkel und Bildausschnitt richtig gewählt wurden. Denkbare Einsatzmöglichkeiten seien etwa das Einscannen von Skulpturen, aber auch von Personen, so die Wissenschaftler.

Die Schweizer stellten die Smartphone-App auf einer Konferenz im australischen Sydney vor. Das Programm gibt es bislang nur in einer Demo-Version, die von den Forschern nicht veröffentlicht wird.

 

Forscher stellen Handfräse für 3D-Modelle vor

Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) haben eine Handfräse entwickelt, die ausschließlich an den Stellen Material abfräst, an denen es auch erforderlich. Die so aus einem Block herausgearbeiteten 3D-Modelle haben allerdings dennoch einen eigenen Charakter, denn der User kann das Gerät in unterschiedlichen Varianten über das Arbeitsmaterial führen. Durch beispielsweise unterschiedlich schnelle Handbewegungen oder durch kreis- oder linienförmige Bewegungen erhalten die Modelle jeweils ein eigenes Äußeres.

Dass das Gerät der Ingenieure Joe Paradiso und Amit Zoran, FreeD getauft, auch tatsächlich nur die Bereiche abträgt, die von den zugrunde liegenden CAD-Daten vorgegeben werden, wird durch Bewegungssensoren sichergestellt. Ist der Block an einer Stelle ausreichend bearbeitet, hört das Gerät automatisch auf zu fräsen und schaltet sich erst wieder ein, wenn die Fräse an eine andere Stelle geführt wird.

Ob das Gerät jemals zur Marktreife gebracht wird, ist derzeit nicht bekannt.

Computergesteuerte Fräsen, die anhand von CAD-Daten arbeiten, sind nichts Neues. Der Handbetrieb mithilfe von Bewegungssensoren ist derzeit allerdings ein Novum.

(Teaserfoto: Screenshot Amit Zoran/3d-print-news)

3D-Druck: Wissenschaftlerin entwickelt Material für Akku-Herstellung

Eine Forscherin der US-Eliteuniversität Harvard hat ein Druckmaterial für 3D-Drucker entwickelt, mit dem die Herstellung von Miniatur-Akkus möglich ist. In der so genannten funktionalen Tinte sind Nanopartikel gelöst, aus denen Anoden und Kathoden sowie ganze Drähte und sogar Antennen aufgebaut werden können, berichtet golem.de unter Berufung auf das Wissenschaftsmagazin Technology Review. Der ausgedruckte Akku ist winzig und misst gerade einmal einen Quadratmillimeter. Die Akkus könnten beispielsweise in der Medizin zum Einsatz kommen.

Für die Verarbeitung der Tinte ist ein besonderer Aufbau des Druckers nötig. Da die Tinte unter natürlichen Bedingungen vergleichsweise fest ist, wird die Tinte unter hohem Druck auf die Arbeitsfläche gepresst. Für ein schnelles Arbeiten kommen mehreren Druckdüsen zum Einsatz. Die Leistungsfähigkeit entspreche denen eines herkömmlichen Akkus dieser Größe, so die Forscherin. Das Besondere sei vielmehr die Herstellungstechnik.

Ein Team an der Harvard-Uni hatte zuvor bereits eine vergleichbare Technik zur Herstellung von Miniatur-Batterien vorgestellt.

 

Smartphone-Entwicklung: Google kooperiert mit 3D-Druck-Unternehmen

Google und sein Tochter-Unternehmen Motorola machen auf dem Weg zum Baukasten-Smartphone den nächsten Schritt. Das Projekt wird künftig in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen 3D Systems vorangetrieben, das für die Serienherstellung des Geräts optimale 3D-Druck-Techniken entwickeln und die “Fabrik der Zukunft” (Google) bauen soll. Aus dem Drucker sollen künftig “leitende und funktionale Materialien” für das Smartphone kommen, also nicht nur das Gehäuse, sondern auch komplette Module.

Austausch einzelner Module ohne Werkzeug

Das Baukasten-Smartphone befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium und trägt den Namen Ara. Nach dem grundlegenden Prinzip soll das Gerät aus einzelnen Steck-Modulen bestehen, die vom User ohne Werkzeug und nach Belieben gewechselt werden können. Damit soll es beispielsweise möglich sein, die Kamera durch ein besseres Modell auszutauschen oder ein neues Display zu verwenden. Neben Kamera und Display sollen beispielsweise auch Prozessor, Tastatur und Sensoren austauschbar sein. Das Wechseln der einzelnen Module soll durch einen Steck-Mechanismus ermöglicht werden.

Google hatte sich das Patent von einer israelischen Firma gesichert, die an der Umsetzung des Konzepts gescheitert war, berichtet Spiegel online. Ein vergleichbares Konzept hatte ein niederländischer Designer vorgestellt, der mit seiner Designstudie demonstrieren wollte, dass die Abfall-Reduzierung bei Smartphones auf ein Minimum reduzierbar ist. Ein defekter Akku oder ein zerkratztes Display kann hierbei ausgetauscht werden, so dass die übrigen Teile des Geräts weiter verwendet werden können.

Foto: Motorola (Screenshot 3d-print-news.de)

Wie der 3D-Druck die Welt verändert – Die Kolumne von Petra Fastermann (# 10)

Lässt sich mit 3D-Druck Geld verdienen?

Ich habe zum einen schon viel über 3D-Druck geschrieben und zum anderen selbst im Jahr 2010 ein Unternehmen als Dienstleister für 3D-Druck/Rapid Prototyping gegründet. Deshalb werde ich manchmal von Existenzgründern, die sich auch im Bereich 3D-Druck/Rapid Prototyping selbständig machen möchten, nach meiner Meinung dazu gefragt, ob und wie sich damit am besten und vor allem am wahrscheinlichsten zu Geld kommen lässt.

3D-Druck ist eine Zukunftstechnologie und außerdem eine Wachstumsbranche. Das legt die Vermutung nahe, dass Geld damit zu verdienen ist, wenn man es “richtig anfängt” – und sicher ist, dass einige Unternehmen bereits jetzt damit eine Menge Geld verdienen und noch verdienen werden.

Ich glaube jedoch, dass mittlerweile die meisten lukrativen Geschäftsideen zu 3D-Druck schon auf irgendeine Art umgesetzt worden sind, wenn auch nicht flächendeckend. Dass zum Beispiel ein Unternehmen in Schweden Hochzeitspaare druckt und in Japan schon seit mehreren Jahren Action-Helden mit dem eigenen Gesicht mittels 3D-Druck produziert werden, heißt ja nicht, dass damit der ganze vorhandene Markt bereits abgeschöpft und bedient ist. Mit geschickter Vermarktung und einer winzigen Veränderung im Konzept gibt es möglicherweise noch viel mehr Potenzial dafür. Ob und wie lange solche Ideen funktionieren, kann niemand vorhersagen. Insbesondere bei dieser sich rasant entwickelnden und verändernden Branche ist der Bedarf möglicherweise schneller gedeckt als erwartet – und es muss wieder etwas Neues her. Ergibt sich diese negative Entwicklung für Unternehmer, die gerade viel investiert haben, früher als vorhersehbar, können neu gegründete Unternehmen schnell vor dem Aus stehen.

Ich glaube, dass kaum jemand im Bereich 3D-Druck – wie auch in anderen Bereichen der Hochtechnologie – dauerhaft mit der gleichen Sache gutes Geld verdienen kann. Unternehmer müssen sich stets etwas Neues einfallen lassen, sich ständig weiterentwickeln und auch in neues Equipment investieren. Einige wenige, die zuerst eine gute Idee umsetzen, werden sehr schnell eine Menge Geld verdienen.

Innovation und Investition

Meine persönliche Meinung ist, dass Start-ups, die etwas Individualisiertes im Zusammenhang mit 3D-Druck anbieten, gegenwärtig bessere Aussicht auf schnelles Wachstum haben als solche, die ein weiteres Unternehmen mit klassischen Rapid-Prototyping-Anwendungen gründen. Es gibt inzwischen sehr viele Anbieter für 3D-Druck, so dass meine Einschätzung ist, dass ein neues Unternehmen sich nur über einen für den Kunden “attraktiven Preis” noch einen Markteintritt verschaffen kann. Durch immer mehr Anbieter auf dem Markt der Dienstleister für 3D-Druck wird der Preisdruck größer.

“Reich wird man damit nicht”, hat mir vor einiger Zeit ein 3D-Druck-Dienstleister erzählt, der schon länger im Geschäft ist als ich. Die Margen sind kleiner als man denkt, weil die Industriemaschinen teuer sind. Hinzu kommt, dass man bei einer erforderlichen größeren Reparatur an einer solchen Rapid-Prototyping-Anlage, die nur durch einen Experten ausgeführt werden kann, durchaus erwarten kann, einen vierstelligen Betrag dafür zu bezahlen.

Ich denke, es könnte mit 3D-Druck kommen wie um die Jahrtausendwende mit der New Economy: Kurze Zeit eine Goldgräberstimmung, einige werden sehr schnell sehr viel Geld damit verdienen. Weil sie gerade zur richtigen Zeit eine Idee hatten, die auf dem Markt Erfolg hatte – und diese umgesetzt haben, bevor es jemand anderem einfiel. Dann werden viele solide Gründer und Unternehmer am Markt bleiben und auch weiter wachsen. Nur: Als Neugründer große Investitionen zu tätigen, um sich einen oder sogar mehrere 3D-Drucker in die Firma zu stellen und zu versuchen, als Dienstleister für 3D-Druck mit ganz normaler Herstellung von Prototypen einen guten Schnitt zu machen – diese Anfangsphase ist meiner Einschätzung nach vorbei. Da müsste etwas Zusätzliches als Alleinstellungsmerkmal hinzukommen. Etwas Neues in Verbindung mit 3D-Druck, was bisher noch kein anderer anbietet. Ich bin sicher, dass es das gibt und dass – während ich dies noch schreibe – die ersten Ideen schon wieder umgesetzt werden.


Petra Fastermann gründete 2010 in Düsseldorf die Firma Fasterpoly GmbH, welche 3D-Druck als Dienstleistung anbietet und außerdem selbst entwickelte Produkte unter der Marke Fasterpoly vertreibt. Im November 2011 wurde Petra Fastermann für ihr Start-up-Unternehmen mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet.

Im Juli 2012 veröffentlichte sie im Springer-Verlag ein Fachbuch zu 3D-Druck/Rapid Prototyping. Noch im selben Winter veröffentlichte sie mit “Die Macher der dritten industriellen Revolution: Das Maker Movement” ein weiteres Buch zum Thema. Außerdem gibt es von der Autorin einige Bücher im Bereich Belletristik.

 Hier geht es zur Kolumne von Petra Fastermann.

3D-Drucker druckt Unterwäsche aus

Ein Unternehmen aus Großbritannien hat ein Verfahren für den 3D-Druck entwickelt, mit dem Textilien ausgedruckt werden können. Nachdem zuletzt bereits komplette Oberbekleidungen und Schuhe ausgedruckt wurden, stellt das Unternehmen nun Unterwäsche aus dem 3D-Drucker vor.

Der Hersteller Tamicare nennt das gedruckte Gewebe Cosyflex. Das Material ist laut Herstellerangaben dehnbar, atmungsaktiv und biologisch abbaubar. Die Grundstoffe sind Latex und Baumwolle, die in Schichten aufgesprüht werden. Durch die Möglichkeit des Aufsprühens ist die Herstellung von Kleidungsstücken in beliebigen Farben, Mustern und Formen möglich, so Tamicare.

Anfang des kommenden Jahres will das Unternehmen das erste Produkt auf den Markt bringen, berichtet golem.de. Dieses soll ein Einweg-Damenslip mit integrierter Binde sein. Nach dem Tragen soll das Kleidungsstück entsorgt werden.

Teaserfoto: Tamicare/Screenshot: 3d-print-news.de