SilverFast PrinTao - Professionelle Drucker Software
Archiv für den Monat März 2014

3D-Drucker für Mahlzeiten soll Markt aufmischen

Die Einsatzbereiche für 3D-Drucker scheinen unbegrenzt. Einen ersten ernstzunehmenden Versuch, mit der Technik Lebensmittel herzustellen, wird von der spanischen Firma Natural Machines vorgestellt. Mit dem Gerät Foodini sollen komplette Mahlzeiten “ausgedruckt” bzw. aufgeschichtet werden können. Foodini ist für den privaten Gebrauch gedacht und soll beispielsweise Ravioli, Pizza, Obst- und Gemüsegerichte oder auch Süßspeisen herstellen können.

Das Druckmaterial soll dem Gerät über Kapseln zugeführt werden, die vom Nutzer nach Belieben eingesetzt werden können. Somit hat der Nutzer nicht nur die Wahl zwischen vielen unterschiedlichen Gerichten, sondern kann auch frische Mahlzeiten produzieren. Künftig sollen Rezepte online zur Verfügung stehen, die direkt an den Drucker geschickt werden, der den Auftrag dann entsprechend ausführt. Die befüllten Kapseln werden beim Verkaufsstart allerdings nur in begrenztem Maße zur Verfügung stehen.

Auslieferung für Januar 2015 geplant

Die Produktion des Druckers soll mit einer Crowdfunding-Aktion finanziert werden. Das Ziel sind 100.000 US-Dollar, zu denen derzeit allerdings noch gut die Hälfte fehlt. Die Aktion endet am 25. April 2014. Wer bei der Finanzierung hilft, bekommt den Drucker bei Produktionsstart für 999 US-Dollar (zuzüglich 50 Dollar für den Versand). Der reguläre Verkaufspreis soll bei rund 1.300 Dollar liegen. Bei erfolgreicher Finanzierung sollen die ersten Geräte im Januar 2015 ausgeliefert werden.

Mit Lebensmitteln und 3D-Druck experimentiert derzeit auch der italienische Pasta-Hersteller Barilla. Hier geht es allerdings um Geräte, die Rohmaterialien herstellen, um den gesamten Herstellungsprozess zu erleichtern. Die Geräte sind also nicht für Endverbraucher gedacht.

Foto: via Kickstarter

Nasa-Ingenieure verzehnfachen Raketen-Leistung mit 3D-Druck

Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Mars-Mission weiter voranzubringen, sind Nasa-Ingenieure aus Huntsville (US-Staat Alabama) womöglich einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Auf der Suche nach einer günstigeren und zugleich effizienteren Möglichkeit, die Antriebsstufe der neuen Trägerrakete Space Launch System (SLS) herzustellen, machten die Fachleute eine erstaunliche Entdeckung: Die mithilfe eines 3D-Druck-Verfahrens hergestellten Einspritzdüsen sorgten dafür, dass die Triebwerke das Zehnfache (!) der ursprünglichen Leistung lieferten. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der Wirtschaftswoche hatten die Ingenieure sich zwar eine verbesserte Leistungsabgabe erhofft, zeigten sich von der enormen Steigerung aber dennoch überrascht.

In der Industrie, besonders in der Luftfahrt- und Raumfahrttechnik, kommen additive Verfahren derzeit häufig zum Einsatz, wenn es um die Herstellung von Triebwerksschaufeln und Fahrwerksteilen geht. Ein großer Vorteil ist hier die hohe Dichte, die das Material durch den schichtweisen Aufbau erhält. Dadurch sind die Teile nicht nur besonders belastbar, sondern auch vergleichsweise leicht sowie kostengünstig und zeitnah herzustellen.

Trotz der recht schnellen Entwicklung der Desktop-Heimdrucker für den privaten Gebrauch sehen Fachleute das derzeit wohl größte Potential der noch recht jungen Technik im industriellen Bereich, wo besonders komplexe und extrem leistungsfähige Metallteile hergestellt werden.

Chinesischer 3D-Desktop-Drucker für rund 335 Euro

Produkte aus chinesischer Herstellung stehen meistens eher nicht in Verdacht, besonders hochwertig oder gar optisch ansprechend zu sein. Im Gegenteil: Gerade in der Technologie-Branche sind Produkte aus China oft eher funktional gehalten und bestechen durch einen günstigen Preis.

Ein Crowdfunding-Projekt aus China beeindruckt zwar ebenfalls durch einen unschlagbar günstigen Produktpreis, hat zugleich allerdings im Designbereich erstaunlich viel zu bieten. Die 3D-Drucker von Mostfun sehen im Vergleich zu aktuellen Konkurrenz auf dem deutschen Markt erstaunlich gut aus und dürften mit einem anvisierten Verkaufspreis von rund 335 Euro selbst für unschlüssige Laien interessant sein.

Angeboten werden zwei Modelle, der Mostfun Sail und der Mostfun Pro. Der Hauptunterschied zwischen den beiden recht ähnlichen Modelle liegt im Wifi-Modul, das im Pro-Modell eingebaut ist. Über das Crowdfunding-Portal DemoHour kostet das günstigere Sail-Modell umgerechnet 335 Euro (2880 RMB – Renminbi). Nach der Kampagne wird der Preis bei umgerechnet 417 Euro liegen (3580 RMB). Die Preise für das Pro-Modell betragen 500 Euro (4299 RMB) bzw. 557 Euro (4780 RMB).

Foto: demohour.com

Analysten: Britischer 3D-Druck-Markt rund 3,5 Milliarden Euro schwer

Die Fachleute der britischen Analyse-Firma OnePoll haben errechnet, dass der britische Markt für 3D-Drucker derzeit etwa ein Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro hat. Die Berechnung bezieht sich ausschließlich auf Desktop-Drucker, also günstige Drucker für den Heimbedarf, und lässt Servicedienstleister, die Druckaufträge annehmen, außen vor.

Die Analysten stellen durch eine Umfrage fest, dass derzeit jeder zehnte Brite bereit sei, einen 3D-Drucker für den Heimbedarf zu kaufen, um eigene Produkte oder Teile herzustellen. Wenn jene Briten nun also bereit seien, etwa 600 Euro für ein entsprechendes Gerät auszugeben, ergebe dieses ein Marktvolumen von etwa 3,5 Milliarden Euro.

Schwindende Vorbehalte

Die Rechnung ist nicht nur einfach, sondern auch leicht angreifbar, denn etwa 40 % der Befragten gaben an, dass sie nicht wüssten, was sie mit einem 3D-Drucker anfangen sollten. Interessant ist die Umfrage allerdings dennoch, schließlich scheinen die großen Vorbehalte, die es vormals gegenüber der Technik im Privatbereich gab, weitestgehend verschwunden zu sein.

Die drei am häufigsten genannten Anwendungsbereiche sind laut der OnePoll-Studie “maßgeschneiderte Güter für zuhause”, “Ersatzteile” und “Geschenke”. Derzeit interessierten sich in erster Linie Männer zwischen 18 und 44 Jahren für die Technik.

Chirurgen rekonstruieren Gesichtsknochen mithilfe von 3D-Drucker

Chirurgen aus dem walisischen Swansea haben einem 29 Jahre alten Briten, der bei einem Motorradunfall schwere Gesichtsverletzungen erlitten hatte, Oberkiefer, Nase und Wangenknochen mithilfe eines 3D-Druckers wiederhergestellt. Das Ergebnis sei “lebensverändernd”, teilte der Patient Stephen Power laut Spiegel online gegenüber der BBC mit.

Für die Rekonstruktionsarbeiten erstellten die Ärzte einen CT-Scan des Kopfes und fertigten anhand der Daten mit einem 3D-Drucker ein Modell des Schädels her. Mithilfe dieses Modells wurde schließlich festgelegt, welche Knochen mit Platten fixiert werden und welche Knochen-Fragmente wieder eingesetzt werden sollten.

“Unvergleichbare Ergebnisse”

Der behandelnde Chirurg Adrian Sugar erklärte, die Ergebnisse seien nicht vergleichbar mit allem, was er bis dahin erreicht hatte. “Ohne diese hochentwickelte Technologie muss man freihändig arbeiten”, so Sugar laut Spiegel online. “Man muss raten, wohin alles gehört.”

Trotz eines Helms hatte sich der verunfallte Stephen Power bei dem Sturz 2012 Oberkiefer, Nase und beide Wangenknochen gebrochen. In die Öffentlichkeit traute er sich seit dem nur noch mit Sonnenbrille und Hut.

Defekter Reißverschluss: CAD-Daten mithilfe von Wikipedia erstellt

Ob und wie der 3D-Druck künftig Einfluss auf den Absatz von Ersatzteilen oder ganzen Produkten haben wird, ist noch nicht klar. In erster Linie wird dieses wohl eine Frage der Verbreitung der Desktop-3D-Drucker sein, mit denen sich im Haushalt recht umstandslos defekte oder fehlende Teile herstellen lassen. An der technischen Machbarkeit besteht jedenfalls kein Zweifel, wie beispielsweise Amr Bekhit beweist: Der Brite demonstriert in einem Video, wie er einen defekten Reißverschluss mithilfe eines 3D-Druckers repariert – und CAD-Daten, die er mithilfe eines Wikipedia-Eintrags generierte.

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Bekhit nutzte die Animation von Wikipedia zum Thema Reißverschluss, um die CAD-Daten mit einer Konstruktionssoftware zu erstellen. Das 3D-Modell des Reißverschluss-Schieber, welches auch bei Thingiverse kostenlos zu haben ist, druckte Bekhit auf einem selbst gebauten 3D-Drucker aus.

Plastik-Abfall als 3D-Druck-Filament umweltschonender als Recycling

Dass der 3D-Druck einen Teil zum Umweltschutz und zur sinnvollen Wiederverwertung von Rohmaterialien beitragen kann, ist nicht neu. Wie groß dieser Teil tatsächlich sein kann, hat ein Forscher aus Michigan herausgefunden.

Joshua Pearce von der Michigan Technological University (MTU) hat in einer Studie festgestellt, dass das Umwandeln von Plastikabfällen in 3D-Druck-Filamente sinnvoller ist, als das Recyceln der Abfälle. Für die Studie erstellte Pearce eine Ökobilanz für einen gewöhnlichen Milchkrug aus HDPE-Plastik, berichtet David Gotsch in einem Gastbeitrag für 3druck.com. Dabei wurde der ausgediente Milchkrug gewaschen, zerteilt und geschreddert und mithilfe eines Extruders in Filamente umgewandelt.

Im Vergleich mit einem durchschnittlichen städtischen Recycling-Programm wurde für die Umwandlung 3 Prozent weniger Energie benötigt. Bei schlechteren Bedingungen für das Recycling-Programm, zum Beispiel in ländlichen Gegenden, wo es deutlich längere Transportwege gibt, kann die Stromersparnis im Vergleich sogar auf bis zu 80 Prozent anwachsen.

Die Herstellung von Filament verbraucht zudem rund 90 Prozent weniger Energie als die Herstellung von neuem Kunststoff. Wie Pearce weiter angab, kostet ein Kilogramm Filament, das aus recyceltem Kunststoff besteht, rund 10 Cent, während ein Kilogramm im Handel mindestens 36 US-Dollar kostet.

Wie der 3D-Druck die Welt verändert – Die Kolumne von Petra Fastermann (# 13)

Immer mehr Bücher zum Thema 3D-Druck

Weil das Thema zunehmend für Privatpersonen interessant wird, gibt es in der letzten Zeit auch auf Deutsch immer mehr Bücher zum Thema 3D-Druck.

Gerade ist mein neues Buch 3D-Drucken: Wie die generative Fertigungstechnik funktioniert im Springer-Verlag erschienen.

Dieses Buch soll jedem, der schon einmal von 3D-Druck gehört hat, kurz und knapp eine Einführung in die auch Privatpersonen immer zugänglichere Zukunftstechnologie geben. Damit verfolgt es vor allem das Ziel, die Leserinnen und Leser dazu anzuregen, sich auch nach der Lektüre weiter mit 3D-Druck zu beschäftigen. Vorkenntnisse werden zum Verständnis nicht benötigt. Es reicht aus, sich für das Thema zu interessieren. Das Buch bietet umfassende grundsätzliche Erklärungen der Technologie. Gleichzeitig soll es Denkanstöße und Ideen vermitteln.

Der Leser wird in den Stand versetzt, die Grundlagen der Technik zu verstehen und – im Idealfall – 3D-Druck selbst praktisch anzuwenden. Privatpersonen sollen sich dazu ermutigt fühlen, meinen Vorschlägen zu folgen und selbst eine kostenlose Software auszuprobieren oder möglicherweise sogar in einem FabLab einen 3D-Drucker zu nutzen. Schließlich gibt es auch noch Ratschläge zur besten Vorgehensweise, wenn man selbst einen 3D-Drucker erwerben möchte.

Was bedeutet 3D-Druck für den Einzelnen? Welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen –  zum Beispiel in der Medizintechnik oder der Industrie – wird es durch diese Zukunftstechnologie geben? Das Buch beantwortet diese Fragen. Zusätzlich soll es ein kompaktes Grundlagenwerk sein, das auch Tipps und Hinweise auf weiterführende Werke und Möglichkeiten gibt, die sich Leser über das ihnen mit dem Buch vermittelte Basiswissen hinaus selbst erschließen können.

Dieses kleine Werk ist eine komprimierte Zusammenfassung eines sehr komplexen Themas: Anders als bei vielen nur auf Technik fokussierenden Büchern werden darin auch die gesellschaftlichen Einflüsse des 3D-Drucks sowie Trends und Zukunftsperspektiven behandelt. Ich versuche, mit einem aktuellen Bezug einen Gesamtzusammenhang herzustellen.

Wer bereits über Grundlagenkenntnisse im 3D-Druck verfügt und ein praktisches Anwendungswerk lesen möchte, sollte jedoch lieber ein anderes Buch kaufen – denn Tipps zum Vorbereiten des 3D-Drucken mit dem eigenen Heimdrucker bietet mein neues Buch nicht. Dazu würde ich das auch erst Ende letzten Jahres im Hanser-Verlag erschienene Buch von Florian Horsch, Titel: 3D-Druck für alle: Der Do-it-yourself-Guide, empfehlen.


Petra Fastermann gründete 2010 in Düsseldorf die Firma Fasterpoly GmbH, welche 3D-Druck als Dienstleistung anbietet und außerdem selbst entwickelte Produkte unter der Marke Fasterpoly vertreibt. Im November 2011 wurde Petra Fastermann für ihr Start-up-Unternehmen mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet.

Im Juli 2012 veröffentlichte sie im Springer-Verlag ein Fachbuch zu 3D-Druck/Rapid Prototyping. Noch im selben Winter veröffentlichte sie mit “Die Macher der dritten industriellen Revolution: Das Maker Movement” ein weiteres Buch zum Thema. Ebenfalls bei Springer erschien 2014 das Buch “3D-Drucken”, eine leicht verständliche Erklärung der Technologie. Außerdem gibt es von der Autorin einige Bücher im Bereich Belletristik.

Herzsensor wird dank 3D-Druck individuell angepasst

Ein US-amerikanisches Forscherteam hat einen Herzsensor vorgestellt, der dank der 3D-Druck-Technologie individuell auf den Träger angepasst werden kann. Das Gerät arbeitet damit deutlich genauer als die derzeit verfügbaren Sensoren in Einheitsgrößen. Mit der individuellen Anpassung liefert der Sensor viel genauere Resultate, da das Diagnosegerät aufgrund der optimalen Passform mehr Kontaktpunkte als die bisherigen Geräte hat, berichtet Golem.de.

Der Sensor wird außen am Herzen angebracht und misst unter anderem die Temperatur, den pH-Wert und die mechanische Belastungen des Organs. Herzrhythmusstörungen können somit beispielsweise frühzeitig erkannt werden.

3D-Modell des Herzens als Hilfe bei Modellierung

Für die passgenaue Produktion des Sensors wird das Herz zunächst mit einem Computertomographen (CT) oder einem Magnetresonanztomographen (MRT) gescannt. Aus den ermittelten 3D-Daten wird mithilfe eines 3D-Druckers ein originalgetreues Modell des Herzens erstellt, an dem schließlich der Sensor passgenau modelliert wird.

Die Forscher hoffen, dass der Sensor künftig nicht nur bei der Diagnose hilfreich ist, sondern auch bei der Stimulierung des Herzmuskels bei Herzrhythmusstörungen.

Die Möglichkeit ein Organ mit einem 3D-Drucker exakt nachzubilden, machen sich bereits japanische Ärzte zunutze, die einen Drucker sogar während einer OP verwenden.