SilverFast PrinTao - Professionelle Drucker Software
Archiv für den Monat Mai 2014

3D-Drucker stellt “Obst” her

Die Lebensmittelindustrie hat den 3D-Druck erstaunlich schnell für sich entdeckt. Neben zum Beispiel einem Drucker für Pizza und Pasta und einem Drucker für stilvoll angerichtete Schokolade gibt es mittlerweile sogar Astronauten-Mahlzeiten, die mithilfe von additiven Verfahren hergestellt werden. In allen Fällen geht es in erster Linie um die Ersparnis von Zeit und Kosten. Der Vorteil für den Endverbraucher, zum Beispiel in Hinblick auf Geschmack oder Bekömmlichkeit, ist derzeit noch überschaubar bzw. nicht vorhanden.

Einer der ersten Beiträge, der nicht auf Zeit- oder Kostenersparnis abzielt, kommt aus Großbritannien. Das Unternehmen Dovetailed bedient sich dabei einer Technik aus der Molekularküche (der so genannten Sphärifikation) und vermischt Fruchtsäfte mit Alginsäure. Diese Mischung wird in ein kaltes Bad aus Calciumchlorid geträufelt, so dass sich eine dünne Hautschicht bildet, die aus der zähflüssigen Mischung ein greifbares und essbares Objekt macht.

Fruchtperlen statt richtigem Obst

Zwar wird das Projekt derzeit häufig als “Obst ausdrucken” bezeichnet, doch handelt es sich bei dem fertigen Produkt eher um viele kleine, bunte Kügelchen, die in ihrer Konsistenz eher an Siruptropfen oder Kaviar erinnern.

Dovetailed 3D Fruit Printer from Dovetailed on Vimeo.

Laut Dovetailed können verschiedene Formen ausgedruckt werden, die aber allesamt die Fruchtperlen als Grundlage haben. Ein Ausdruck von zum Beispiel einem Apfel oder einer Birne ist also nicht möglich.

Gerüchte um 3D-Drucker von Apple verdichten sich

Viel Luft um nichts oder ein echter Paukenschlag? Gerüchten zufolge, wird bei Apple weiterhin überlegt, einen eigenen 3D-Drucker auf den Markt zu bringen. Neben weiteren Patentanmeldungen, die ein Hinweis darauf sein können, heizt der Managing Director von Global Equities Research, Trip Chowdhry, die Gerüchteküche an. Chowdhry sagte gegenüber dem Internetportal benzinga.com, dass Apple bei der Technik dem Konkurrenten Google das Feld vermutlich nicht alleine überlassen wolle.

Google arbeitete unter anderem bei der Entwicklung von Google Glass mit 3D-Druck und stellte das Projekt Tango vor, bei dem ein Smartphone mit Android-Betriebssystem als Echtzeit-Scanner für 3D-Objekte verwendet werden kann. Zudem arbeitete Googles frühere Tochterfirma Motorola mit der Technik, um modulare Smartphones entwickeln und herstellen zu können.

Techniken für den 3D-Druck

Bei den Patentanmeldungen von Apple handelt es sich unter anderem um ein so genanntes Liquidmetal, das von 3D-Druckern verarbeitet werden kann. Das Material soll nach der Verarbeitung widerstandsfähig und zugleich elastisch sein. Außerdem ließen sich die Kalifornier die Technik für einen Tintenstrahldruck sichern, mit dem die Herstellung von dreidimensionalen Objekten möglich ist.

Insider vermuten, dass Apple nicht zuletzt wegen des großen Innovationsdrucks, der nach solchen bahnbrechenden Erfindungen wie zum Beispiel iPhone und iPad, versucht, ein weiteres Nischenprodukt salonfähig zu machen. Der 3D-Druck ist dafür wie geschaffen, vermuten viel Fachleute, da die Apple-Stammkundschaft nicht nur kaufkräftig ist, sondern Neuerungen recht offen gegenübersteht.

Designer stellt Reiseoutfit aus dem 3D-Drucker vor

“Send your luggage as an e-mail” – Das Projekt ist mehr eine nette Idee als ein tatsächlicher Lösungsansatz, doch zeigt der Designer Janne Kyttanen mit seinem Projekt “Lost Luggage”, in welcher Form der 3D-Druck künftig Teil des Alltags sein kann. Der Finne ist Creative Director von 3D-Systems, dem derzeit weltweit größten Anbieter der Technik, und präsentiert ein Reiseoutfit für den “Notfall”, das komplett mit dem 3D-Drucker ausgedruckt werden kann.

Der Hintergedanke: Der oder die Reisende soll die Kleidung vor Ort ausdrucken können, wenn zum Beispiel der Koffer unterwegs verloren gegangen ist oder man vergessen hat, bestimmte Kleidungsstücke einzupacken. Nach Kyttanens Vorstellung könnte ein Drucker in zum Beispiel der Hotellobby stehen. Wer die Kleidung nicht nur in Notfällen tragen möchte, könnte sogar gänzlich ohne Gepäck auf Reisen gehen, lediglich mit einem Datenträger in der Hosentasche. Problematisch dürfte bei dem aktuellen Stand der Technik allerdings der Faktor Zeit sein: Aktuelle Drucker brauchen selbst bei nur mäßiger Druckqualität für das von Kyttanen vorgestellte Ensemble mehrere Stunden.

Kyttanen stellte “Lost Luggage” im Frühjahr dieses Jahres in einer Ausstellung in Rotterdam vor. Zum Notfall-Gepäck für unterwegs gehören unter anderem mehrere Taschen, ein Kleid, ein Paar Damenschuhe, Schmuck und sogar ein Schlagring aus Kunststoff, der wohl eher als lustiges Accessoire gedacht ist.

Autodesk plant offene 3D-Druck-Plattform

Der 3D-Spezialist Autodesk will eine offene Software-Plattform für 3D-Drucker entwickeln, die den Umgang mit der Technik für Verbraucher einfacher und zugleich verlässlicher machen soll. Die Plattform Spark soll für alle Hersteller (auch Hersteller von Verbrauchsmaterialien) sowie Software-Entwickler offen und kostenfrei sein und somit die Etablierung eines einheitlichen Standards voranbringen. Eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Hardware-Herstellern sei bereits geplant, so das Unternehmen, um bereits vorhandene und auch künftige Systeme optimal auf Spark einzustellen. Zudem soll es einen Referenzdrucker aus dem eigenen Haus geben, teilte Autodesk auf der MakerCon 2014 mit.

Problemlose Software/Hardware-Kommunikation

Die Vorzüge von Spark soll die flexible Anpassung von unterschiedlicher Software untereinander sowie die optimale Kommunikation zu möglichst allen Druckern sein, ohne auf Funktionen, die derzeit zum Teil noch herstellerabhängig sind, verzichten zu müssen. Testdrucke seien damit nicht mehr nötig, so Autodesk. Zudem soll eine realistischere Voransicht der 3D-Modelle möglich sein.

Wann Spark tatsächlich erhältlich ist und ab wann der Referenz-3D-Drucker gekauft werden kann, ist derzeit noch nicht bekannt. Erste inoffizielle Statements lassen allerdings vermuten, dass dieses noch in diesem Jahr der Fall sein könnte.

(Foto: autodesk.com)

Wie der 3D-Druck die Welt verändert – Die Kolumne von Petra Fastermann (# 15)

3D-Druck-Markt soll sich bis 2025 auf 12 Mrd. US-Dollar vervierfachen

Nach Angaben des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Lux Research wird der gesamte 3D-Druck-Markt sich bis zum Jahr 2025 auf 12 Mrd. US-Dollar vervierfachen.

In dem von Lux Research Ende März veröffentlichten Bericht mit dem Titel “How 3D Printing Adds Up: Emerging Materials, Processes, Applications, and Business Models” stellten die Analysten fest, dass allein der 3D-Drucker-Markt 3,2 Mrd. Dollar wert sein wird. 2 Mrd. Dollar der Gesamtsumme werden auf Materialien entfallen und weitere 7 Mrd. Dollar ergeben sich aus den produzierten Bauteilen.

Lux-Research-Analysten befragten für den Bericht fast 100 Unternehmen aus der 3D-Druckindustrie und entwickelten ein Modell, das sowohl branchenspezifische Material-und Marktanforderungen einschloss wie auch bisherige Daten zur Akzeptanz neuer Materialien. Hier einige Ergebnisse aus dem Bericht:

∎ Eine Hürde bleibt, dass – ähnlich wie herkömmliche “2D”-Drucker-Hersteller – die 3D-Drucker-Unternehmen die Materialien für den Druck zu einem sehr hohen Preis verkaufen. Solange der 3D-Druck von Firmen fast nur für den Prototypenbau verwendet wurde, war dieser Ansatz für diese erträglich. Wenn 3D-Druck jedoch für Serienteile genutzt werden soll, wird für viele der hohe Preis der Bau-Materialien zum Hindernis.

∎ Derzeit dominieren vier Herstellerunternehmen von 3D-Druckern den Markt. Auf Grundlage deren technischer und Geschäftsergebnisse hat Lux nur vier Herstellerunternehmen in die Kategorie “dominierend” aufgenommen. Diese sind 3D Systems, Stratasys, EOS und Arcam. Diese vier halten einen kombinierten Drucker-Marktanteil 31%.

∎ Auslaufende Patente werden voraussichtlich für weiteres Wachstum sorgen. Bereits im Jahr 2006 ermöglichte der Ablauf von mehreren frühen Patentfamilien die Entstehung von kostengünstigeren Desktop-Druckern. Eine noch größere Verlagerung könnte sich dadurch ergeben, dass in den nächsten drei Jahren Patente auf andere wichtige 3D-Drucktechnologien auslaufen werden. Dadurch könnten die Kosten für die entsprechenden Verfahren gesenkt werden.

Grundlage für diesen Artikel war der unter diesem Link hinterlegte Bericht (der in Teilen übersetzt wurde).


Petra Fastermann gründete 2010 in Düsseldorf die Firma Fasterpoly GmbH, welche 3D-Druck als Dienstleistung anbietet und außerdem selbst entwickelte Produkte unter der Marke Fasterpoly vertreibt. Im November 2011 wurde Petra Fastermann für ihr Start-up-Unternehmen mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet.

Im Juli 2012 veröffentlichte sie im Springer-Verlag ein Fachbuch zu 3D-Druck/Rapid Prototyping. Noch im selben Winter veröffentlichte sie mit “Die Macher der dritten industriellen Revolution: Das Maker Movement” ein weiteres Buch zum Thema. Ebenfalls bei Springer erschien 2014 das Buch “3D-Drucken”, eine leicht verständliche Erklärung der Technologie. Außerdem gibt es von der Autorin einige Bücher im Bereich Belletristik.

Drohne mit 3D-Drucker soll Uran-Brennstäbe versiegeln

Ein Wissenschaftler vom Imperial College in London hat zwei aktuelle Techniken zu einem System zusammengesetzt: Mirko Kovac kombinierte mit einem Forscherteam einen 3D-Drucker mit einer Drohne. Das System könnte zum Beispiel dafür verwendet werden Atommüll zu versiegeln und anschließend abzutransportieren.

Bei einem Einsatz dieser Art würde der fliegende Drucker aus mehreren Chemikalien einen s.g. Polyurethan-Schaum herstellen, berichtet futurezone.at. Der Schaum würde über die Abfälle gelegt, die damit umweltverträglich isoliert wären. Mit einer zweiten Drohne könnte der Abfall schließlich abtransportiert und eingelagert werden.

Das System hätte zudem eine enorme Reichweite, denn die Drohne mit 3D-Drucker ist in der Lage mithilfe der Chemikalien einen eigenen “Parkplatz” einzurichten, auf dem die Akkus wieder aufgeladen werden. Startpunkt und Einsatzort der 3D-Druck-Drohne können bei Bedarf also weit auseinander liegen. Das System wurde von der Vogelart Salanganen inspiriert, wie Projektleiter Kovac mitteilte, die ihre Nester aus dem eigenen Speichel bauen.

Die Geräte würden sich zudem so verhalten wie die Vorbilder aus der Vogelwelt. “Sie werden ihre Nester am Dach bauen, dabei ihre Batterien mit Solarzellen aufladen und die Umgebung im Blick behalten”, so Kovac gegenüber New Scientist.

Eine Schwachstelle ist derzeit noch das Abtransportieren des Mülls: Geeignete Drohnen haben derzeit eine Tragkraft von lediglich 2,5 Kilogramm. Laut Kovac könnten hier künftig allerdings bis zu 40 Kilogramm möglich sein.

3D-Drucker erstellt Spielzeug aus Wolle

Die Erfinder des Unterhaltungs-Giganten Walt Disney haben den 3D-Druck schon seit längerem für sich entdeckt, um die Merchandising-Produkte des Konzerns kostengünstig und schnell herstellen zu können. Die aktuelle Entwicklung ist dabei etwas ganz Besonderes: Das Unternehmen (bzw. dessen Tochterunternehmen Disney Research) hat einen Drucker vorgestellt, mit dem durch das Übereinanderlegen von Wollfäden weiche, dreidimensionale Objekte hergestellt werden können. In der Praxis ist zum Beispiel die Herstellung von Teddys möglich.

Das Verfahren ist mit dem FDM-Verfahren vergleichbar. In diesem Fall werden anstatt dem Aufschichten von geschmolzenem Plastik allerdings Wollfäden übereinandergelegt. Dieses übernimmt eine kleine Nadel, die ähnlich einer Nähnadel über die Arbeitsfläche fährt und durch das Übereinanderlegen eine dreidimensionale Struktur erstellt.

Bei der Entwicklung dieser Technik hatten die Forscher allerdings nicht die Massenproduktion im Hinterkopf, sondern suchten vielmehr nach einer Möglichkeit, neue Materialien für künftige Entwicklungen zugänglich zu machen.

Schüler forschen mit 3D-Druck-Fingerabdrücken

Die exakten Ausdrucke von aktuellen 3D-Druckern machen sich Schüler der Richmond County School (US-Bundesstaat North Carolina) zunutze, die eine Möglichkeit gefunden haben, die Oberflächenstruktur von Fingerabdrücken haptisch nachzubilden. Mit der Technik soll es möglich sein, die Fingerabdrücke an z.B. Tatorten besser archivieren und analysieren zu können. Möglich ist sowohl die Digitalisierung als auch der Ausdruck.

Die Schüler arbeiteten lediglich mit einem 3D-Scanner, einem 3D-Drucker und 3D-Software. Der Druckerhersteller 3D Systems unterstützte das Projekt mit der Bereitstellung von Druckern. Die Experiment-Reihe fand im Rahmen des s.g. Teen Scene Investigation (T.S.I.)-Clubs statt.

Der 3D-Druck ist für Kriminologen bereits seit längerem ein interessantes Thema – wenn auch nicht immer ein positives. So fürchtet das Bundeskriminalamt (BKA), dass die Technik für Extremisten künftig eine Rolle spielen könnte.