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3D-Druck: Forscher entwickeln lautlosen Unterwasserantrieb

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben einen Unterwasserantrieb entwickelt, der sich an der Fortbewegungstechnik von Oktopussen orientiert. Das Besondere daran: Der Antrieb ist lautlos und lässt sich kostengünstig mit einem 3D-Drucker herstellen. Die Forscher sehen potentielle Einsatzgebiete des Antriebs bei Booten und Wassersportgeräten.

Der Antrieb besteht im Wesentlichen aus vier mechanischen Kunststoffbällen, die angesaugtes Wasser stoßartig wieder freigeben. Der dadurch entstehende Rückstoß sorgt für den Vortrieb. Oktopusse nehmen das Wasser in ihren Mantelhöhlen auf und pressen dieses anschließend wieder heraus.

Enorme Beschleunigung auf kurzen Strecken

“Kraken nutzen diese Art der Fortbewegung hauptsächlich für eine plötzliche schnelle Flucht”, erklärt  Andreas Fischer, Ingenieur am IPA in Stuttgart, in einer Mitteilung des Instituts. “Das System ist zwar einfach, aber effektiv. Die Oktopoden können damit über kurze Strecken enorm beschleunigen.”

Bei der Herstellung des Unterwasserantriebs entschieden sich die Forscher für das Fertigungsverfahren Fused Deposition Modeling (FDM). Der zu verarbeitende Kunststoff (Polyurethan) wird hierbei durch Hitzeeinwirkung verflüssigt und zu einem Strang verarbeitet, der wiederum durch eine Spritzdüse aufgetragen wird. Der somit hergestellte Antrieb hält selbst großem Druck stand und nimmt auch nach starker Belastung wieder seine ursprüngliche Form an. Mit diesem Fertigungsverfahren lässt sich auch die Größe fast beliebig variieren.

Forscher, die mit 3D-Druck arbeiten, nehmen sich schon seit längerem ein Beispiel an der Natur. So haben Forscher der Uni Oxford ein gewebeartiges Material entwickelt, dass künftig als Verbindung von lebendem Gewebe dienen soll.

Foto: Fraunhofer IPA

Veröffentlicht am 02.07.2013 um 14:41