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3D-Druck: Schallplatte zum Selberdrucken

Alte Technik trifft neue Technik: Die US-amerikanische Physikerin Amanda Ghassaei hat eine herkömmliche Schallplatte mithilfe eines 3D-Druckers ausgedruckt. Das akustische Ergebnis ist zwar recht bescheiden, doch das Projekt als Ganzes dennoch beeindruckend. Denn Ghassaei entwickelte für das Projekt eine Software, die die digitalen Daten einer CD in ein gängiges STL-Format umwandelt, mit dem jeder handelsübliche 3D-Drucker umgehen kann. Die Software rechnet also Audio-Daten in eine 3D-Geometrie um, die der einer Schallplatte entspricht.

Die mangelhafte akustische Qualität beim Abspielen der Platte ist auf die Rillen zurückzuführen, die deutlich grober als bei einer handelsüblichen Schallplatte geraten sind. Nirvanas “Smells Like Teen Spirit” kommt mit 11 kHz und einer Auflösung von 5 bis 6 Bit deutlicher kratziger aus den Lautsprechern als zum Beispiel bei einer CD-Aufnahme, die im Schnitt auf 44.1 kHz bei 16-bit kommt. Und noch einen Wehrmutstropfen gibt es für Schallplatten-Enthusiasten. Mit dem Verfahren von Ghassaei sind Aufnahmen von maximal sechs Minuten möglich. Für das Übertragen der Lieblingsalben reicht es also nicht.

Dokumentiert hat Ghassaei ihr Projekt auf instructables.com, inklusive eines Vorführvideos und einer (englischen) Anleitung zum Schallplattendrucken. Beeindruckend sind auch die Mikro-Fotoaufnahmen der Schallplattenrillen aus dem 3D-Drucker.

In der Musikindustrie dürfte man Projekte dieser Art mit gemischten Gefühlen sehen. In nächster Zeit werden zahlreiche juristische Auseinandersetzungen um die generelle Verwendung von CAD-Daten erwartet.

Foto: www.amandaghassaei.com – License: Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License

Veröffentlicht am 31.01.2013 um 11:37