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3D-Scanner hilft bei Identifizierung von Kunstwerken

Weltweit sind zahlreiche Kunstwerke in den Archiven von Museen und Galerien nur unzureichend oder überhaupt nicht katalogisiert. Der illegale Kunsthandel profitiert von diesem Umstand, denn wenn die Herkunft eines Kunstwerks nicht geklärt ist, kann auch nicht nachgewiesen werden, wenn ein Werk gestohlen wurde. Ein neues Bilderkennungssystem soll nun Abhilfe mithilfe von hochauflösenden Aufnahmen schaffen.

Mit dem System “FingArtPrint” wird das Kunstobjekt zwei Mal abgescannt. Zunächst wird ein kleiner Bereich des Werks ausgesucht, der erfasst werden soll. Dieser Bereich braucht nicht größer als einen Quadratzentimeter zu sein und kann nach seiner Erfassung jederzeit wiedererkannt werden. Dieser Bereich wird mit einer hochauflösenden Spezialkamera abfotografiert. In einem zweiten Schritt wird die Oberflächenkörnung mit einem leistungsstarken Mikroskop gemessen. Bei einer derart hohen Auflösung wird aus einem 2D-Bild eine dreidimensionale Struktur. “Bei diesem Maßstab erhalten wir Informationen, die absolut einzigartig sind. Ein echter Fingerabdruck”, erklärt William Wei, Leiter des Projektes, auf heise.de.

Farb- und Oberflächenkörnungsdaten ergeben zusammen einen Datensatz, der dann in einer Datenbank gespeichert und von beispielsweise Zollbeamten oder Kunsthändlern abgerufen werden kann. Das System ist einsetzbar bei jeglichen Kunstobjekten wie zum Beispiel Gemälden, Skulpturen, Münzen, Teppichen und Keramiken.

“FingArtPrint” wurde von Forschern am Netherlands Institute for Cultural Heritage entwickelt und wird von mehreren europäischen Universitäten, Museen, Technologiefirmen und der EU unterstützt. Den illegalen Kunsthandel einzudämmen ist dringend notwendig, denn derzeit werden weltweit geraubte Kunstwerke im Wert von etwa sechs Milliarden Dollar gehandelt, schätzt das FBI. Die Entwickler und Förderer von “FingArtPrint” erhoffen sich nicht nur eine bessere Katalogisierung und Wiedererkennung, sondern auch eine abschreckende Wirkung bei Kunsthehler.

Foto: Cornerstone  / pixelio.de

Veröffentlicht am 10.09.2012 um 10:48