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Profis nutzen 3D-Druck – Heute: Svenja John

Die Welt des 3D-Drucks dreht sich unglaublich schnell und steckt voller Überraschungen. Ganze Industriezweige, aber auch einzelne Forscherteams aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereichen experimentieren mit dem Herstellungsverfahren. Selbst an der Börse wird der 3D-Druck bereits als Geheimtipp gehandelt. Die Freiheiten, die der 3D-Druck den Anwendern lässt, sind besonders für Kreative interessant. Eine von ihnen ist die Berlinerin Svenja John.

Die Schmuck-Künstlerin ist mit ihren Arbeiten international erfolgreich und arbeitet bereits seit Anfang der 90er Jahre mit Polycarbonat und seit 2008 auch mit generativen Fertigungsverfahren wie 3D-Print, Laser-Sintering oder Laser-Cusing. Die ersten Kontakte zum Rapid Prototyping gibt es seit 2003. Seitdem verfolgt Svenja John die neusten Entwicklungen und knüpfte zahlreiche Kontakte in der Rapid-Prototyping-Branche, zum Beispiel auf der Euromold, der weltgrößten Messe für RP-Technologie in Frankfurt (Main), wo sie inzwischen zu einem “Dauergast” geworden ist.

Zur Herstellung einer Serie von Armreifen nutzte sie im Jahr 2008 zum ersten Mal 3D-Printer. Für einen Schmuck-Wettbewerb in Australien erstellte sie die Schmuckstücke TB1 bis TB5 (Foto links). Das “TB” steht in diesem Fall für Transform-Bracelet, da die Konstruktionsdaten auf einem parametrischen CAD-System basieren und aus der Basis-Geometrie durch Veränderung spezifischer Parameter fünf verschiedene Designentwürfe generiert werden.

Die Transform-Bracelets wurden auf einem Objet Connex 500 3D-Printer mit Materialien aus Photopolymer-Harz gedruckt. Bei der Herstellung wurden zwei verschiedene Materialien (VeroWhite und TangoBlack) verwendet, wobei das weiße Material hart und opak ist und das schwarze Material weich und gummiartig. Es entstehen komplexe Geometrien (mit Hohlräumen) und einer kontraststarken, zweifarbigen Oberfläche. Der Drucker druckt beide Materialien gleichzeitig in einem Arbeitsgang aus, so dass ein stabiles Verbundmaterial entsteht.

Aus Makrolonfolien lässt Sie mit Wasserstrahlschneidetechnik eigens entworfene Steckteile schneiden. Diese Elemente werden gefärbt und zu komplexen, dreidimensionalen Schmuckobjekten zusammengesteckt. Die Fertigung ist in einem Video zu sehen, welches für die die Ausstellung “Materials Revisited” (2011) im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt (Main) aufgenommen wurde. (Das Video hat keine Tonspur.)

Svenja John stellt mit der Technik Armreifen, Ketten und Ringe her, die schon mal bis zu 3.500 Euro kosten können. Zu ihren Kunden zählen nicht nur Privatpersonen, sondern beispielsweise auch große Museen.

Im Jahr 2010 entstand die Serie der ISOMO-Ringe (Foto rechts), die ebenfalls mittels Rapid-Prototyping-Technologie gefertigt wurde. Diesmal wurden sogar drei verschiedene Materialien verwendet. Die “Köpfe” der Ringe wurden wieder auf der Connex 500 mit zwei verschiedenen Multimaterialien gedruckt. Die Ring-Schiene wurde im Laser Cusing-Verfahren aus medizinischem, hautverträglichem Edelstahl generiert. Die gesamte Produktion der ISOMO-RINGE wurde bei der Firma Sauer Product in Dieburg gefertigt.

Derzeit experimentiert Svenja John in ihrem Studio in Berlin mit neuen Elementen, die im Laser-Sintering-Verfahren entstehen – man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.

Veröffentlicht am 26.03.2013 um 9:27