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Sotschi: Sportgerät aus 3D-Drucker kommt bei Paralympics zum Einsatz

Die Athleten der Paralympics, den Olympischen Spiele für Sportler mit Behinderungen, haben es nicht immer leicht, auf individuell angepasstes Sportgerät zurückzugreifen. Die Sponsorendichte ist bei den Paralympics deutlich dünner als bei den Olympischen Spielen, dementsprechend klein fällt in der Regel das Budget aus.

Das Fraunhofer-Institut hat nun das Projekt “Snowstorm” vorgestellt, bei dem maßgeschneiderte Skischlitten für gehbehinderte Athleten mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt werden. Die Forscher der Abteilung für Werkstoffmechanik IWM haben dabei Unterstützung von Partnern aus Forschung und Industrie, so die Instituts-Website.

Als “Testperson” hat sich der Spitzensportler und Biathlet Martin Fleig zur Verfügung gestellt, der sich einen Skischlitten genau auf seine Bedürfnisse anpassen ließ. Der Schlitten besteht aus einem Sitz sowie aus fest montierten Skatingskiern und ist nicht nur auf die persönlichen Körpermaße von Fleig abgestimmt, sondern auch auf die Anforderungen des Biathlons, einer Kombination aus Skifahren (Langlauf) und Sportschießen. Der Sitz stammt aus dem 3D-Drucker, während die Skier aus dem Handel kommen.

Stabil, leicht und kostengünstig

Trotz der recht hohen Belastung des Materials muss der Schlitten zugleich ausgesprochen leicht sein, damit der Athlet so wenig Gewicht wie möglich bewegen muss und Kraft sparen kann. “Wir wollen mit dem Projekt Wege finden, für jeden Sportler den ideal angepassten Skischlitten konstruieren zu können – und das möglichst kostengünstig”, sagt Fraunhofer-Wissenschaftler Professor Scherge auf der Instituts-Website. Beim Projekt “Snowstorm” scheint dieses gelungen: Fleig wird mit dem Skischlitten bei den paralympischen Winterspielen in Sotschi an den Start gehen, die vom 7. bis zum 16. März ausgetragen werden.

Sportler mit Behinderungen können von den kostengünstigen Maßanfertigungen, die der 3D-Druck ermöglicht, in besonderem Maße profitieren, da die körperlichen Beeinträchtigungen individuell sind und die Sportgeräte entsprechend darauf abgestimmt sein müssen. Beim Skifahren ist eine Maßanfertigung beispielsweise sinnvoll, da eine optimale Kraftübertragung auf die Skistöcke nur bei einer optimalen Sitzposition möglich ist.

Bislang musste selbst im Leistungs- und Spitzensport häufig auf Geräte zurückgegriffen werden, die in Einzelanfertigung entweder von den Athleten selbst oder von handwerklich begabten Betreuern oder Kollegen hergestellt wurden.

Ob und wann sich die Möglichkeiten des 3D-Drucks flächendeckend durchsetzen, ist noch ungewiss. Die Erfahrungen von Fleig in Sotschi mit seinem Sportgerät könnten hier durchaus richtungsweisend sein.

Feig ist nicht der erste Paralympics-Sportler, der von der Technik produziert. Bereits bei den Sommerspielen in London vor zwei Jahren waren britische Rollstuhl-Basketballer auf maßgefertigten Sportgeräten unterwegs.

(Bild: Fraunhofer IWM)

Veröffentlicht am 23.01.2014 um 11:04