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Wie der 3D-Druck die Welt verändert – Die Kolumne von Petra Fastermann (# 5)

3D-Druck bietet der Möbel-Industrie große Chancen

Mit 3D-Druck-Anlagen lassen sich die filigransten Formen herstellen. Fast jeder hat die 3D-gedruckten Lampen oder Vasen von Designern schon gesehen.

3D-Druck-Verfahren bieten mittlerweile auch beim Bau größerer Möbel neue Möglichkeiten. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass in den Möbelhäusern der Zukunft nur noch Möbel-Prototypen zu sehen sein werden. Von denen würden erst auf Bestellung weitere produziert. Diese wiederum könnten individuell an die Kundenwünsche angepasst und jederzeit nach Bedarf verändert werden. Insbesondere kleineren Möbelproduzenten oder -designern bietet 3D-Druck damit große Chancen. Möbeldesigner könnten aber ebenso gut in ihrem eigenen Atelier die Ideen für ihre Entwürfe produzieren und direkt verkaufen. Kleinere Objekte wie Vasen oder Lampen können bereits jetzt als komplette Teile vom 3D-Drucker umgesetzt  werden. Größere Möbel wie Stühle oder Tische müssen vorerst noch aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt werden, weil die Bau-Räume der 3D-Drucker in der Regel noch nicht ausreichen, um sehr große Objekte in einem Stück zu fertigen.

Das Unternehmen „Freedom of Creation“ bietet schon lange in seinem Online-Shop einige 3D-gedruckte Möbelstücke aus unterschiedlichsten Bau-Materialien – zum Beispiel Metall oder Keramik – an: Es gibt bisher unter anderem Lampen, Raumteiler, Tische oder auch Stühle. Mittels 3D-Druck sind alle nur vorstellbaren Formen realisierbar.

Pionier Tom Dixon

Im Mai dieses Jahres fand in New York wieder die International Contemporary Furniture Fair (ICFF) statt – die große nordamerikanische Messe für Möbel und modernes Design. Zum ersten Mal waren 3D-Druck und digitales Herstellen mit 15 Praxis-Workshops Teil des Programms. Unter dem Titel „Material Makers“ wurde mit 3D-Druck die Design-Revolution gefeiert. Unter anderem mit dem britischen Möbeldesigner Tom Dixon, der weltbekannt ist.

Im Jahr 1994 gründete Dixon das Unternehmen Eurolounge, um eigene Kunststoffprodukte zu produzieren. So zum Beispiel die sehr erfolgreiche Jack-Leuchte (1996), für welche er 1998 mit dem Preis Millennium Mark for Great British Design ausgezeichnet wurde. Weitere bekannte Produkte Dixons sind der Pylon Chair (1991) und der S-Chair (1992) für Cappellini, die Liege Hoop für SCP (1998) sowie das Sofasystem Serpentine für Moroso (2003).

1998 war Tom Dixon als Art Director der Einrichtungskette Habitat tätig, 2002 gründete er „Tom Dixon. The Company“, wo er seitdem eigene Möbel und Einrichtungsgegenstände sowohl entwickelt als auch vertreibt. Objekte von Tom Dixon gibt es in Ausstellungen wie der Mailänder Möbelmesse und im Londoner Design Museum zu sehen.

Tom Dixon zählt neben Ron Arad und James Dyson zu den bedeutendsten Designern Großbritanniens.

Tom Dixon hat übrigens gerade einen 3D-Designwettbewerb ausgeschrieben, der noch bis zum 30. Juni 2013 läuft: http://www.mostdisruptingdesign.com/ 


Petra Fastermann gründete 2010 in Düsseldorf die Firma Fasterpoly GmbH, welche 3D-Druck als Dienstleistung anbietet und außerdem selbst entwickelte Produkte unter der Marke Fasterpoly vertreibt. Im November 2011 wurde Petra Fastermann für ihr Start-up-Unternehmen mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet.

Im Juli 2012 veröffentlichte sie im Springer-Verlag ein Fachbuch zu 3D-Druck/Rapid Prototyping. Noch im selben Winter veröffentlichte sie mit “Die Macher der dritten industriellen Revolution: Das Maker Movement” ein weiteres Buch zum Thema. Außerdem gibt es von der Autorin einige Bücher im Bereich Belletristik.

Veröffentlicht am 17.06.2013 um 13:11